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Die psychotraumatische Begutachtung von Mobbingopfern

Mobbingopfer werden häufig zu psychiatrischen Begutachtungen vorgeladen, vor allem dann, wenn sie Kosten für Sozialsysteme verursachen. Auftraggeber sind Krankenkassen, Jobcenter, Rentenversicherungsträger, Gesundheitsämter, Versorgungsämter usw. Geklärt werden soll die Rechtfertigung und Dauer der Arbeitsunfähigkeit, die Einleitung oder Verweigerung von medizinischen und/oder beruflichen Rehabilitationen, die Klärung einer Frühberentung wegen Erwerbsminderung oder Berufsunfähigkeit usw. Dagegen sind Begutachtungen bei Mobbingschutzprozessen eine Rarität.

Die medizinischen Begutachtungen werden nur selten von Fachärzten aus dem Bereich der Psychiatrie und Psychotherapie durchgeführt, so dass wenig in der Psychotraumatologie erfahrene und somit oft inkompetente Ärzte die Begutachtungen durchführen. Dadurch kommt es oft zwischen Mobbingopfern und Gutachtern zu massiven Konflikten, die im Ergebnis oft amtsautoritär zu weiteren Traumatisierungen führen und oft nachvollziehbar als eine Fortsetzung des Mobbing mit individuellen und strukturellen Elementen erlebt werden. Die Ursache der Konflikte liegt häufig in fatalen Übertragungs- und Gegenübertragungsreaktionen, die kaum vermieden werden können, wenn Gutachter nicht psychotherapeutisch ausgebildet sind.

Die vielen Hürden und Fallstricke, sowie die Interaktionsproblematik zwischen Gutachter und Mobbingopfer werden im Kapitel 16 "Psychotraumatische Begutachtung von Mobbingopfern" auf den Seiten 229 bis 250 im Buch "Das Mobbingsyndrom, Diagnostik, Therapie und Begutachtung" ausführlich abgehandelt. Diese Ausführungen richten sich nicht nur an Mobbingopfer, sondern vor allem auch an Psychotherapeuten, die wenig oder keine Erfahriung mit denjenigen Psychotraumatisierten haben, die sich noch zum Begutachtungszeitpunkt in einer noch nicht abgeschlossenen Traumatisierungsserie befinden, wie dies meist noch bei Mobbingopfern der Fall ist.