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Strukturelle psychische Gewalt

Der Weltreport über Gewalt und Gesundheit - World report on violence and health (WRVH) - unterscheidet neben der körperlichen, sexuellen und psychischen Gewalt die „kollektive“ und die „interpersonelle“ Gewalt (WHO: World report on violence and health [PDF]).

Die interpersonelle Gewalt lässt sich im deutschen Sprachraum als "individuelle Gewalt" und die kollektive Gewalt als "strukturelle Gewalt" übersetzen.

Die "kollektive Gewalt" teilt sich laut WRVH in drei Gruppen auf:

  • soziale Gewalt
  • politische Gewalt
  • ökonomische Gewalt

Diese drei tabuisierten, aber hochrelevanten Gewaltgruppen, sind in Bezug auf die Entstehung von psychischen Erkrankungen weitgehend unerforscht.

Der Begriff der strukturellen psychischen Gewalt wird hier im Sinne folgender Definition verwandt:

Definition der strukturellen psychischen Gewalt:

Strukturelle psychische Gewalt liegt vor, wenn Täter innerhalb einer sozialen Gemeinschaft oder innerhalb eines Abhängigkeitsverhältnisses aktiv oder passiv unter Missachtung ethischer und/oder moralischer Normen oder unter rechtsmissbräuchlicher Berufung auf Vorschriften oder gegen höherwertiges Recht verstoßend mittels sozialer, politischer oder ökonomischer psychischer Gewalt systematisch die Persönlichkeitsrechte eines Opfers so verletzen, dass das Opfer psychosozial destabilisiert einen zunehmenden gesundheitlichen und sozialen Schaden erleidet.

Strukturelle Gewalt ist ein Tabuthema, weil keine mit Macht ausgestattete Institution mittels krankmachender Aktionen mit einem strukturellen Gewaltpotential in Verbindung gebracht werden will. Insbesondere staatliche Institutionen, angefangen von Diktaturen bis zu Demokratien, besitzen von einer offensichtlichen bis zu einer subtilen Ausprägung ein reiches Arsenal struktureller psychischer Gewalt und zwar in einem allgemeingültigen Ausmaß:

„Die größte Gefahr für die Grundrechte von Bürgern geht immer – und dies weltweit – von staatlichen Institutionen aus!“

Strukturelle psychische Gewalt in Verbindung mit physischer Gewalt ist die Domäne von Diktaturen und reicht vom Genozid über Folter (z.B. Prügelstrafe, Auspeitschungen, Dunkelhaft, Schlafentzug, Waterboarding, Elektroschocks usw.) bis zum angstbesetzten und willfährigen Duckmäuser. Demokratien verzichten weitgehend auf eine direkte körperliche Gewalt, können dafür aber mittels einer subtilen aktiven oder passiven psychischen Gewalt Menschen in seelisches Leid versetzen, welches wiederum zu psychosomatischen Erkrankungen, im Extremfall zum Suizid führen kann.

Folgende Abhandlungen zeigen auf, wie vielfältig sich strukturelle psychische Gewalt in Deutschland in einer ausufernden Bürokratie scheibchenweise ausbreitet, so dass der ehemalige Datenschutzbeauftragte Schaar in seinem Buch bereits im Jahr 2007 das Ende der Privatsphäre feststellen musste (Schaar P: Das Ende der Privatsphäre, der Weg in die Überwachungsgesellschaft, C. Bertelsmann Verlag, München, 1. Auflage).

Staatliche Eingriffe in Grundrechte von Patienten

  1. Das psychiatrische Gutachten: Eine subjektive unwissenschaftliche Werteinschätzung auf dem Prüfstand der Menschenrechte
    Europäischer Universitätsverlag 2016, ISBN-13: 978-3-86515-240-4

  2. Zwangsbehandlung – Subjektive Werteinschätzung (Leserbrief zu dem Artikel Zwangsbehandlung in der Psychiatrie: Zwang auf ein Minimum reduzieren [DÄ 42/2014]): in DÄB 111 Heft 47: 2071, https://www.aerzteblatt.de/pdf.asp?id=163756

  3. Erschütternd (Leserbrief zu dem Artikel „Zwang und Psychiatrie“ in DÄB11/2017: 439-440), in: DÄB 114 Heft 18 A 908 https://www.aerzteblatt.de/pdf.asp?id=188493

  4. Abschiebung - Skandalöses Urteil (Leserbrief zu dem Artikel „Abschiebung – Hartes Urteil für Psychiater“ von Samir Rabbata, DÄB Heft 8/2006), in: DÄB 103 (2006) Heft 16: A 1067), https://www.aerzteblatt.de/pdf.asp?id=51101

  5. Inkontinente Patienten werden entmündigt, entwürdigt und erpresst – Versorgung mit Inkontinenzmitteln, in: Neurotransmitter 10/2017: 12-15, https://www.bv-neurologe.de/images/neurotransmitter/2017/10-2017-NeuroTransmitter.pdf

  6. Inkontinenz - Psychische Störungen inkontinenter Patienten, in: Neurotransmitter 1-2/2019: 28-32, https://www.bv-neurologe.de/images/neurotransmitter/2019/01+02-2019-NeuroTransmitter.pdf

 

Staatliche Eingriffe in das Arzt-Patient-Verhältnis

Aufhebung der Ärztliche Schweigepflicht gegenüber Krankenkassen, MDK und Rentenversicherungsträger

 

  1. Verfassungsbeschwerde über die Mitteilung der Diagnose auf Abrechnungsunterlagen und AU-Bescheinigungen vom 15.4.1993 (AZ 1 BvR 630/93)

  2. Mitteilung der Diagnose auf Abrechnungsunterlagen und AU-Bescheinigungen, Ein heißes Eisen selbst für Verfassungsrichter? in: Neurotransmitter 9/2001:48-52

  3. Überflüssige Information (Leserbrief zu dem Beitrag „Diagnose auf dem Krankenschein: Verzwickte Rechtslage“ in: DÄB 87 Heft 42 A-3184, in: DÄB 33/1990), https://www.aerzteblatt.de/pdf.asp?id=104868

  4. Horror (Leserbrief zu dem Artikel “ICD-Schlüssel” in DÄB Heft 37/1993), in: DÄB 90 Heft 45 A 2958, https://www.aerzteblatt.de/pdf.asp?id=89819

  5. Kodierungspflicht - Lob der Bürokratie (Leserbrief zu dem Beitrag „Codierungspflicht“ in DÄB Heft 39/1995), in: DÄB 92, Heft 42 A-2784 https://www.aerzteblatt.de/pdf.asp?id=85877

  6. Kein Anspruch des MDK auf Krankenunterlagen, in: Neurotransmitter 6/2000: 71

  7. Die Abschaffung der medizinischen Rehabilitation mit bürokratischen Mitteln (oder "Der Arzt als Datenlieferant zur Erstellung eines Persönlichkeitsprofils durch die gesetzliche Krankenkasse im Antragsverfahren zur medizinischen Rehabilitation mittels Formblatt 61")

 

Gutachterverfahren vor Psychotherapien

Das beim Deutschen Ärzteblatt eingereichte Manuskript über "Das Gutachterverfahren vor Psychotherapien" im Jahr 2002 gab die Initialzündung für meine Befassung mit der "strukturellen Gewalt". Der Deutsche Ärzteverlag vergab in Eigenregie den Untertitel - eine Form der strukturellen Gewalt unter meinem Haupttitel "Gutachterverfahren vor Psychotherapien". Damit eröffnete das Sprachrohr der Bundesärztekammer und Kassenärztlichen Bundesvereinigung die Möglichkeit, weitere vielfältige Schikanen im Gesundheitssystem unter diesem Gesichtspunkt der strukturellen Gewalt zu betrachten, zu analysieren und zu interpretieren. Die folgenden Veröffentlichungen über die vielfältigen strukturellen Gewaltmechanismen im Gesundheitswesen sind also das Resultat dieses dankbar angenommenen Tips, Fehlentwicklungen und bürokratische Schikanen im deutschen Gesundheitswesen unter diesem Gesichtspunkt anzuprangern, wonach Patienten und Ärzte in einem für beide Teile gesundheitsschädlichen Ausmass drangsaliert und im Sinne einer "Diktatur der Bürokratie" fremdbestimmt werden.

  1. Unzulässigkeit des „Gutachterverfahrens vor Psychotherapien“ aus strafrechtlichen Gründen, in: Psychotherapeuten Forum 6/2001: 32-38

  2. Gutachterverfahren vor Psychotherapien – Eine Form der strukturellen Gewalt, in: DÄB PP (2002) Heft 8: 345-348, https://www.aerzteblatt.de/pdf.asp?id=33691

  3. Gutachterverfahren vor Psychotherapien – Eine Form der strukturellen Gewalt, in: Neurotransmitter 1/2004: 48-54

  4. Depressionen: Methodenvielfalt wird blockiert (Leserbrief zu dem Artikel „Weg von rein medikamentösen Ansätzen“ von Heim T. in DÄB Heft 12/2002), in: DÄB PP 2 (2003): 31, https://www.aerzteblatt.de/pdf.asp?id=35134

 

Rationierung und Regressverfahren bei der Arzneimittelversorgung

 

  1. Größenwahnsinniges Laien-Tribunal (Leserbrief zu dem Artikel „Beschuldigt, gedemütigt, zur Schnecke gemacht...“ von Dr. Michael Drews, in Medical Tribune vom 13.3.1998, Seite 22), in: Medical Tribune vom 9.April 1998, Seite 23,

  2. Arzt als Zuteilungsfunktionär (Leserbrief zum Leserbrief von Dr. Karl Fromme : „Beschämende Äußerung“ im Coburger Tagblatt vom 15.12.1998 über die Äußerung des Ärztekammerpräsidenten Vilmar zum gesetzlich initiierten Frühableben), in: Coburger Tagblatt vom 18.12.1998

  3. Unter Anklage - Mobbingsystem (Leserbrief zu dem Artikel „Jeder kann betroffen sein“ von Mäulen B in DÄB Heft 48/1999), in: DÄB 97, Heft 5 A-209, https://www.aerzteblatt.de/pdf.asp?id=21001

  4. Strukturelles Mobbing im Kassenarztsystem Deutschlands. Unveröffentlichtes Manuskript 2001

  5. Strukturelles Mobbing (Leserbrief zur Stellungnahme des BVDN zum Thema „Zeit zu handeln“ [in Bezug auf Richtgrößen], in: Neurotransmitter 3/2002: 48) in: Neurotransmitter 6/2002: 61

  6. Korrupte Methoden bei der Rationierung der Arzneimittelversorgung, unveröffentlichtes Manuskript 2005,

  7. Mobbing von Kassenärzte, Pilotstudie über die psychosoziale Destabilisierung regressgeschädigter Ärzte am Beispiel der Richtgrößenprüfung Arznei, unveröffentlichtes Manuskript 2006

  8. Richtgrößenprüfung (RGP) Arznei – Klassisches Mobbing von Kassenärzten! in: Der Hausarzt 2/06: 35-36

  9. Bonus-Malus-Regelung – Ein Fall für den Staatsanwalt und das Bundesverfassungsgericht, (Pilotstudie über 17 Ärzte mit einem „Mobbingsyndrom), in: Neurotransmitter 6/2006: 22-28 https://www.bvdn.de/images/neurotransmitter/2006/062006_NeuroTransmitter.pdf

  10. Arzneimittelregresse machen Ärzte krank – eine Studie über 72 betroffene Ärzte, in: Neurotransmitter 11/2008: 10-16 https://www.bvdn.de/images/neurotransmitter/2008/112008_NeuroTransmitter.pdf

  11. Arzneimittelregresse – Folgenreicher Psychoterror (Kommentar), in: Dtsch Ärztebl 2011; 108(42): A-2195 / B-1855 / C-1835 https://www.aerzteblatt.de/pdf.asp?id=110410

 

Eingriffe von Krankenkassen und MDK bei Arbeitsunfähigkeit

 

  1. Medizinische Entscheidungen nach Aktenlage – ein straf-zivil- und berufsrechtlich unzulässiger Entzug der medizinischen Entscheidungskompetenz, unveröffentlichtes Manuskript, 2003

  2. Niedriger Krankenstand – Arbeitgeber, Krankenkassen und MDK ziehen an einem Strang, unveröffentlichtes Manuskript, 2006

  3. Arbeitsunfähigkeit von psychisch Kranken, wenn der Krankengeldfallmanager prüft, in: Neurotransmitter 10/2010: 16-17 https://www.bvdn.de/images/neurotransmitter/2010/102010_NeuroTransmitter.pdf

  4. Krankenkassen und MDK verlassen den Boden des Rechtsstaats, in: Neurotransmitter 6/2014: 28 https://www.bvdn.de/images/neurotransmitter/2014/062014_NeuroTransmitter.pdf

  5. Keine Angst beim Arzt, (Leserbrief zu dem Artikel „Angst beim Arzt“ von Christine Möllhoff im Coburger Tagblatt vom 11.7.1997), in: Coburger Tagblatt vom 15.7.1997, S. 12,

 

Bürokratische Schikanen im Abrechnungssystem

  1. Die Abschaffung der Berichtspflicht bei Betreuungsleistungen (EBM-Nr 21231) ist sachlich und formal geboten, unveröffentlichtes Manuskript, 2005

  2. Doch keine Berichtspflicht für Betreuungsleistungen? in: Neurotransmitter 6/2006: 47, https://www.bvdn.de/images/neurotransmitter/2006/062006_NeuroTransmitter.pdf

  3. Mobbing-Methoden in bayerischen Altenheimen – Die faktischeAufhebung der Fremdanamnesen-Abrechnung, in: Neurotransmitter 11/2006: 16-22, https://www.bvdn.de/images/neurotransmitter/2006/112006_NeuroTransmitter.pdf

  4. Fremdanamnese und Betreuung von Bezugspersonen – Ansatz der GOP 21216 in Altenheimen, in: Neurotransmitter 03/2017: 22-24, https://www.bvdn.de/images/neurotransmitter/2017/032017_NeuroTransmitter.pdf

 

Strukturelle Gewalt gegenüber Ärzten

1. Hausarztpauschale für Nervenärzte? in: Neurotransmitter 4/2002: 45-46

2. Die Praxisgebühr – eine besonders bösartige bürokratische Schikane im Zentrum der medizinischen Versorgung

3. Erhöhte Überwachungspflicht nach Verabreichung von Dormicum – eine unerfüllbare Pflichtenkollision für den Arzt, unveröffentlichtes Manuskript, 2004

4. Allgemeinärztlicher Notfalldienst - Aufgabe von Fachärzten oder Teil der zunehmenden strukturellen Gewalt im Gesundheitswesen? Unveröffentlichtes Manuskript, 2002

 

Strukturelle Gewalt in medizinischen Einrichtungen

 

  1. Alten- und Pflegeheime – Gigantische Pflegebürokratie (Kommentar), in: DÄB 98 (2001), Heft 50: A 3350, https://www.aerzteblatt.de/pdf.asp?id=29835

  2. Pflegenotstand durch Bürokratie? - Pflegeinfrastruktur unter Druck, in: Neurotransmitter 4/2020: 21-23 https://bv-neurologe.de/images/neurotransmitter/2020/04-2020-NeuroTransmitter.pd